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Rückschau auf die Entstehungs- und Vereinsgeschichte des Flörsheimer Narren Club

Erstmalig nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahre 1954 ein Gemeinschafts-Fastnachtszug durchgeführt, für den die beiden Carnevalsvereine aus Flörsheim und Rüsselsheim verantwortlich zeichneten.

Laut Vereinbarungen zwischen den Verantwortlichen des FCV und RCV sollten die Züge im wechselseitigen Turnus in den beiden Städten aufgestellt werden und auslaufen. Dieses Experiment begann 1954 mit der Zugaufstellung in Flörsheim. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass dies keine glückliche Lösung war. Auf dem langen Zugweg über die Opelbrücke bis zur Rüsselsheimer Stadtmitte waren so gut wie keine Zuschauer zu verzeichnen.

Die getroffenen Abmachungen wurden 1955 seitens der Rüsselsheimer Verantwortlichen nicht eingehalten. In einer stattgefundenen Sitzung in der Gaststätte Flörsheimer Bootshaus waren die Vertreter aus Rüsselsheim der Meinung, dass man ein Zugauslauf in Flörsheim der Rüsselsheimer Geschäftswelt und Bevölkerung nicht zumuten könne. Dieser Standpunkt wurde in besonders harter Form von dem damaligen Rüsselsheimer Bürgermeister Dörffler vertreten.

In weiser Voraussicht hatte aber die damalige Flörsheimer Präsidentenvereinigung, ein Vorläufer des heutigen Vereinsrings, die angeschlossenen Vereine am gleichen Tag zu einer Sitzung in das Gasthaus zum Stern eingeladen.

Nach dem negativen Sitzungsergebnis im Bootshaus haben die Flörsheimer Vereinsvertreter über das Zustandekommen eines eigenen Fastnachtszuges sehr lange und breit debattiert. Der damalige Ehrenpräsident des FCV Anton Conradi erklärte der Versammlung eine Reihe von Gründen, warum der FCV alleine die Verantwortung für eine Zugdurchführung nicht übernehmen könne.

Die Mitglieder der Präsidentenversammlung waren jedoch an diesem Abend der einstimmigen Meinung, dass zukünftig der Flörsheimer Fastnachtszug in Gemeinschaftsarbeit durchgeführt werden sollte. Es wurde ein Gremium mit der Bezeichnung "Zugleitung" gebildet, welches sich aus Vereinsvertretern und zwei Mitgliedern der Gemeindekörperschaften zusammensetzte.

Die Aufgabe dieses Gremiums war die Planung, Organisation und Finanzierung der Flörsheimer Fastnachtszüge, was kein leichtes Vorhaben war. Durch Erhebung von Zuggroschen bei Sitzungen und Maskenbällen, sowie Verkauf von Zugplaketten und Spenden sollte die Finanzierung gesichert werden. Diese Gemeinschaftsarbeit konnte in mehr oder weniger großem Engagement der einzelnen Zugleitungsmitglieder von 1955 bis einschließlich 1961 gemeistert werden. Als Vorsitzender des Gremiums fungierte ein Zugmarschall, der die Aufgaben der Zugleitung zu koordinieren hatte und für die jährlichen Fastnachtszüge verantwortlich zeichnete. Dieses Amt wurde 1955 von Theo Schweitzer, in den Jahren 1956 bis 1958 von Martin Messer und von 1959 bis 1961 von Jean Dieser wahrgenommen.

Da die Fastnachtszüge von Jahr zu Jahr an Vereins- und Privatgruppen zunahmen, wurde auch die Finanzierung schwieriger. Hinzu kam, dass der Kreis der verantwortlichen Zugleitungsmitglieder, bedingt durch Erreichung der Altersgrenze und Krankheit, immer kleiner wurde. Nach erfolgreich durchgeführtem Zug im Jahre 1961 setzte sich die Zugleitung aus den Herren Jean Dieser, Jochen Kunz und Josef Ruppert, sowie den Vertretern der Körperschaften Paul Hoffmann und Anton Malm zusammen.

Im Spätsommer 1961 trafen sich die Zugleitungsmitglieder mit Vertretern der Gemeinde im Gasthaus Scharfes Eck, um eine evtl. Ausfallbürgschaft bei einem Defizit zu beraten. Die Aussage der Körperschaftsvertreter, dass in keinem Falle eine Bürgschaft übernommen werden könne, gab den Ausschlag für die endgültige Auflösung des Gremiums "Zugleitung".

So kam es, dass im Jahre 1962 kein Fastnachtszug stattfand. Viele Bürger hatten diese Entscheidung nicht so einfach hingenommen. Am Fastnachtsonntag 1962 wurde in originellen Aufmärschen für den Erhalt der Brauchtumspflege demonstriert.

Dieser Bürgerwille war der eigentliche Anstoß einen Verein ins Leben zu rufen, der die Organisation und Durchführung der Flörsheimer Fastnachtszüge übernimmt. Durch die Initiative von Josef Ruppert kam es zu der Vereinsgründung am 13. April 1962 im Gasthaus zum Bahnhof. Dem öffentlichen Aufruf in der Flörsheimer Zeitung waren 11 Bürger der Einladung gefolgt. Es waren dies die Herren: Willi Bender, Jean Dieser, Peter Josef Drischler, Heinz John, Anton Mages, Hermann Mitter, Lorenz Mitter sen., Richard Möller, Peter Rühl, Josef Ruppert, Dieter Störch.

In dieser Gründungsversammlung wurde in Einstimmigkeit beschlossen, dem neuen Verein den Namen Flörsheimer Narren Club zu geben. Als Vereinsfarben einigte man sich auf die Farben grün/gelb. Als Schwerpunkt der zukünftigen Vereinsarbeit einigte man sich auf den Erhalt und Förderung der Straßenfastnacht, was auch in der ersten Vereinssatzung festgehalten wurde.

Trotz vieler Unkenrufe, dass der junge Verein keine Überlebenschance habe, zählte der Verein nach vier Wochen über 80 Mitglieder. Die Werbung für das Vereinsvorhaben fand eine gute Resonanz bei der Bürgerschaft und am Jahresende 1962 waren es bereits 103 Mitglieder, die sich für die Förderung des Brauchtums Straßenfastnacht entschieden hatten. Durch die Opferbereitschaft und Einsatz der Mitglieder war es möglich, dass bereits im Jahr 1963 unter der Federführung des Narren Clubs der traditionelle Flörsheimer Fastnachtszug wieder stattfinden konnte. Der Vereinsleitung ist es zu verdanken, dass bis zum heutigen Tage alljährlich die weit über die Landesgrenzen bekannten Fastnachtszüge Anziehungspunkt des carnevalistischen Geschehens sind.

Im Spätsommer 1964 wurde ein Garde-Offiziers-Korps gegründet, das erstmalig 1965 mit einer stattlichen Zahl beim Gardetag in Rüsselsheim seinen ersten Auftritt hatte. Die 32 Mitglieder zählende Gruppe löste allgemeine Bewunderung und Anerkennung aus, zumal die Uniformanschaffung von den Gardemitgliedern selbst getragen wurde, was auch für die Ausstaffierung der Garderobe bei den Mitgliedern des närrischen Generalstabes zutreffend ist.

Die beliebten Gemeinschaftsmaskenbälle mit dem Gesangverein Liederkranz, die FNC-Senatsabende und interne Veranstaltungen erfreuten sich immer eines guten Zuspruchs und waren Grundstein für die Finanzierung der Fastnachtszüge.

In der Vereinsgeschichte sind weitere Aktivitäten aufzuführen, die zum Ansehen des FNC beigetragen haben. Anläßlich des 100-jährigen Bestehens der Freiw. Feuerwehr Flörsheim im Jahre 1967 beteiligte sich der FNC mit zwei Gruppen am historischen Festzug. Die Wagengruppe wählte das Thema "Karthaus" und die Fußgruppe "Die Flörsheimer Hefeweiber". Die Darstellungen zählten zu den besten Zuggruppen, was dem Verein von den Zuschauern, der Presse, sowie von der weltlichen und geistlichen Obrigkeit bescheinigt wurde. Im Jahre 1972, anlässlich des 125-jährigen Bestehens des GV Sängerbund, nahm der FNC mit der bunten Gruppe "Wein, Weib und Gesang" am Festzug teil. Obwohl viele Ortsvereine nur mit Fahnenabordnungen vertreten waren, lösten die 32 Mitwirkenden der FNC-Gruppe allgemeine Anerkennung und Bewunderung aus. Bei der 1150-Jahrfeier der Stadt Flörsheim im Juli 1978 beteiligte sich der FNC mit 2 Wagen- und 3 Fußgruppen am historischen Festzug. Als Themenstellung hatte man das Pestjahr 1666 gewählt. Durch großen Einfallsreichtum der Mitwirkenden hat der Verein die benötigten Utensilien für die sehr ansprechende Gruppe in Eigenregie gestellt. Für diese großartige Leistung wurde dem FNC seitens der Stadt großes Lob gezollt.

Als interne Veranstaltungen sind hervorzuheben die Weihe der Vereinsstandarte im Jahr 1978 in der Stadthalle, sowie die beiden Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des 22- und 25-jährigen Vereinsbestehens im Pfarrzentrum St. Gallus. Außer diesen Höhepunkten in der Vereinsgeschichte sollten diverse Veranstaltungen, wie Kateressen und Nikolausfeiern nicht unerwähnt bleiben.

Im April 1992 legte Jean Dieser sein Amt als 1. Vorsitzender, das er seit 1962 inne hatte, nieder. Peter Schwerzel nannte ihn einen Mann der ersten Stunde, der sich um den FNC verdient gemacht hat. Als sein Nachfolger im Amt wurde Willi Lauck von der Generalversammlung gewählt. Gleichzeitig wurde Jean Dieser zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Jahre 1993 gab sich der Flörsheimer Narren Club 1962 eine neue Satzung, in der er sich der Pflege und Förderung des Flörsheimer Brauchtums, insbesondere der Flörsheimer Straßenfassenacht, verpflichtet.

Helmut und Anni Holz, die über viele Jahre hinweg die Geschicke der FNC-Garde lenkten, legten 1994 ihre Ämter aus Altersgründen nieder. Ihnen folgten als Kommandeur und Kommandeuse der Garde Klaus und Carola Klepper.

Der Flörsheimer Narren Club konnte im Jahre 1995 auf sein 3x11jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wurde im Rahmen einer Feierstunde begangen, zu der viele befreundete Vereine und Freunde der Flörsheimer Fassenacht erschienen waren. Der Senatsabend in diesem Jubiläumsjahr wurde mit römischen Senatoren, Legionären und einem säulengeschmückten Bühnenbild zu einem Höhepunkt der Kampagne.

Am Kinderumzug im Jahre 1996 beteiligten sich erstmals Gruppen aus den Kindergärten und Schulen. Diese schöne Einrichtung hat zwischenzeitlich bereits Tradition und die Teilnehmerzahlen steigen stetig.

Im Januar 1997 wurde Manfred Schäfer als erstem Mitglied des FNC das Großkreuz, die höchste Auszeichnung, die der FNC zu vergeben hat, für seine langjährige Tätigkeit als 1. Schriftführer und die Mitgestaltung der Satzung verliehen.

Ein weiteres Jubiläum konnte der FNC im Jahre 1998 feiern. Die FNC-Garde, die weit über die Grenzen von Flörsheim bekannt und gerne gesehen ist, konnte auf eine 3x11jährige Geschichte zurückblicken. Außerdem wurde in diesem Jahr die FNC-Tanzgruppe neu gegründet und erfreut seit dem viele Zuschauer durch ihre Darbietungen. Im Mai 1998 legten Klaus und Carola Klepper aus gesundheitlichen Gründen ihre Ämter nieder. Ihnen folgte Jens Schmidt als kommandierender General der Garde.

Im Jahre 1999 nahm der Flörsheimer Narren Club erstmals am Rosenmontags-Umzug in Fischbach teil. Im gleichen Jahr trat auch eine neue Gardeordnung in Kraft, die die alten Regelungen aus dem Jahre 1971 ablöste.

Der FNC nahm im Jahr 2000 aktiv an der ersten MTK-Sitzung in Hofheim teil, die vom ehemaligen Landrat Jochen Riebel initiiert wurde. Gleichzeitig wurde Thorsten Hoppen nach dem Rücktritt von Jens Schmidt vom Vorstand zum kommandierenden General der Garde berufen. Die Mitgliederzahl des Flörsheimer Narren Club stieg zum 31. März 2000 auf 333 an. Im Oktober wurde Heinz Kaus für seine jahrzehntelange Tätigkeit als 1. Kassierer und seinen unermüdlichen und verantwortungsbewussten Einsatz für den FNC der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen.

Im Januar 2001 wurden Dieter Wolf und Peter Schwerzel das Großkreuz des FNC verliehen. Dieter Wolf hat sich als Bürgermeister unserer Heimatstadt und Vorsitzender des Ehrensenates stets für die Belange der Flörsheimer Fassenacht und des FNC in hervorragender Weise engagiert. Peter Schwerzel, der seit April 1989 Mitglied des Vorstandes und 2. Vorsitzender des FNC ist, hat in dieser Funktion die positive Entwicklung des FNC entscheidend beeinflusst.

 
 
   
 

 

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